Personalbedarf berechnen — Formel, Beispiel und Vorlage
Von Viacheslav Spitsyn, Redaktion Personaleinsatzplanung-Vergleich · veröffentlicht 29. Juni 2026
Den Personalbedarf berechnen heißt: ermitteln, wie viele Mitarbeitende mit welcher Qualifikation ein Betrieb braucht, um seine Aufgaben in der geplanten Zeit zu erledigen. Die Rechnung ist die Grundlage jeder seriösen Personaleinsatzplanung — ohne sie plant man entweder zu knapp (Überlastung, unbesetzte Schichten) oder zu großzügig (unnötige Kosten).
Dieser Beitrag zeigt die Formel, ein konkretes Rechenbeispiel und die typische Reserve für Ausfallzeiten.
Brutto- und Nettopersonalbedarf
Zwei Begriffe sind zentral:
- Bruttopersonalbedarf: die insgesamt benötigte Personalmenge, um das Arbeitsvolumen abzudecken — unabhängig davon, wie viele Personen schon da sind.
- Nettopersonalbedarf: die tatsächliche Lücke. Er ergibt sich aus dem Bruttobedarf abzüglich des vorhandenen Personalbestands und zuzüglich einer Reserve für Ausfallzeiten (Urlaub, Krankheit, Fortbildung).
Die Formel
Der Bruttopersonalbedarf wird meist über das Arbeitsvolumen ermittelt:
Bruttopersonalbedarf (in Vollzeitäquivalenten) = benötigte Arbeitsstunden ÷ effektive Arbeitszeit je Mitarbeitenden
Der Nettopersonalbedarf korrigiert um Bestand und Ausfälle:
Nettopersonalbedarf = Bruttopersonalbedarf − aktueller Personalbestand + Reserve für Ausfallzeiten
Die Reserve für Ausfallzeiten lässt sich über einen Zuschlagsfaktor abbilden:
Reservefaktor = 100 ÷ (100 − Ausfallquote in %)
Liegt die Ausfallquote (Urlaub, Krankheit, Schulung) etwa bei 15 %, beträgt der Reservefaktor 100 ÷ 85 ≈ 1,18 — es werden also rund 18 % mehr Personen eingeplant, als die reine Arbeitsmenge ergibt.
Rechenbeispiel
Angenommen, eine Abteilung hat folgende Werte für einen Monat:
- Arbeitsvolumen: 8.000 Stunden
- effektive Arbeitszeit je Mitarbeitenden: 150 Stunden
- Ausfallquote: 15 %
- aktueller Bestand: 55 Vollzeitäquivalente
Schritt für Schritt:
- Bruttobedarf:
8.000 ÷ 150 ≈ 53,3Vollzeitäquivalente. - Mit Ausfallreserve:
53,3 × 1,18 ≈ 62,9— also rund 63 Personen, um trotz Urlaub und Krankheit verlässlich zu besetzen. - Nettobedarf:
63 − 55 = 8— es fehlen rechnerisch acht Vollzeitäquivalente.
Die konkreten Zahlen sind ein Beispiel; entscheidend ist das Vorgehen. In der Praxis wird die Rechnung je Qualifikation, Bereich und Schicht getrennt geführt, weil eine examinierte Pflegekraft nicht durch eine Hilfskraft ersetzbar ist.
Vorlage: Personalbedarf in einer Tabelle
In Excel oder einer Tabelle lässt sich die Rechnung als wenige Spalten abbilden — je Bereich oder Qualifikation eine Zeile:
| Bereich | Arbeitsvolumen (h) | Arbeitszeit je MA (h) | Bruttobedarf | × Reservefaktor | − Bestand | = Nettobedarf |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Beispiel | 8.000 | 150 | 53,3 | 1,18 → 62,9 | 55 | 8 |
Den Reservefaktor (hier 1,18 bei 15 % Ausfallquote) trägt man je Bereich ein; die letzte Spalte zeigt die offene Lücke.
Mit Excel rechnen — und wo es kippt
Für eine einmalige Überschlagsrechnung reicht Excel gut aus, und entsprechende Vorlagen sind weit verbreitet. An Grenzen stößt die Tabelle, sobald der Bedarf schwankt (Saison, Auslastung), viele Qualifikationen und Bereiche getrennt zu rechnen sind oder die Werte laufend aktuell sein müssen. Dann übernimmt eine Bedarfsprognose innerhalb einer Personaleinsatzplanungs- bzw. Workforce-Management-Software die Rechnung datenbasiert und fortlaufend — siehe Was ist Personaleinsatzplanung?.
Fazit
Personalbedarf berechnet man in zwei Schritten: erst den Bruttobedarf aus Arbeitsvolumen und Arbeitszeit, dann den Nettobedarf abzüglich Bestand und zuzüglich Ausfallreserve. Welche Software diese Rechnung laufend übernimmt, zeigt der Anbieter-Vergleich; eine erste Einordnung gibt der Auswahl-Assistent.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Die passenden Kennzahlen (Ausfallquote, effektive Arbeitszeit, Besetzungsvorgaben) ergeben sich aus den betrieblichen und tariflichen Regelungen des Einzelfalls.
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